Grundlegendes
Um möglichst die unbewussten Dynamiken erfassen zu können, ist die*der Analysant*in/Patient*in dazu angehalten der Grundregel der freien Assoziation zu folgen, welche Sigmund Freud etablierte:
Alles aussprechen was in den Kopf kommt.
Eine Grundregel, die kaum jemand wirklich befolgen kann, dennoch wären Sie gebeten es zu versuchen. Zunächst kann es auch wichtig sein, dieses freie Sprechen überhaupt erst zu ermöglichen.
Damit wir Ihre unbewussten Prozesse ergründen und verstehen können, ist es wichtig, dass ich möglichst wenig vorgebe. Dies ist nicht gleichbedeutend mit “alleine lassen”, denn ich verstehe mich als eine Art Begleiterin auf Ihrem therapeutischen Weg.
Es ist ganz gewöhnlich und sogar gewünscht, dass Themen in unterschiedlichen Variationen immer wieder auftauchen, sie “durchgearbeitet” werden und immer mehr verstehbar und damit handhabbarer werden.
Zwar geht die Psychoanalyse und damit alle psychodynamischen Verfahren auf Sigmund Freud zurück, sie hat aber diverse Erweiterungen erfahren, dennoch haben einige seiner Errungenschaften weiterhin Bestand. Hierzu zählt vor allem das Unbewusste: Wir gehen davon aus, dass weite Teile unseres Selbst im Unbewussten und damit nicht zugänglich sind. Die psychodynamischen Verfahren helfen dabei unter die Oberfläche zu schauen.
Für manche Personen sind Techniken zentraler bei denen es weniger um eine Aufarbeitung biografischer Erlebnisse geht, sondern mehr die aktuellen Interaktionen und die eigene Affektwahrnehmung, auch im Kontakt mit der*dem Behandelt*in, im Fokus stehen.
Zu den grundlegenden Erweiterungen gehört, dass zwischen der zu behandelnden und der behandelnden Person etwas Drittes, Einzigartiges und Gemeinsames entsteht. Die behandelnde Person wird mitgedacht und nicht mehr (wie zu Freuds Zeiten) wie eine neutrale Leinwand, auf die alles projiziert werden kann, gesehen. Dennoch bleibt zentral, dass es zu so genannten Übertragungen (der*diePatient*in überträgt frühere Beziehungserfahrungen auf die behandelnde Person) kommt und dadurch ein Verstehen aus dem Erleben heraus stattfindet.
Psychodynamische Verfahren
Therapeutische Wirkmechanismen und Ziele
Das Ergebnis der psychodynamischen Auseinandersetzung sollten mehr innere Freiheitsgrade sein, um selbstbestimmter das eigene Leben gestalten zu können.
Wir gehen davon aus, dass frühe Beziehungserfahrungen noch heute unbewusst auf uns wirken und die sich wiederholenden Muster durch ein tieferes Verstehen verändert werden können.
Therapeutisches Ziel ist, wie bei allen anderen Therapierichtungen auch, eine Symptomreduktion und damit eine Abnahme des subjektiven Leidensdrucks zu erreichen. Dabei ist die psychodynamische Therapie aber nicht symptomgerichtet, sondern ein verstehender Ansatz, bei dem es um das Erleben des Individuums geht.
Als heilsam gilt die therapeutische Beziehungserfahrung selbst. Oft sind nicht primär die Erkenntnisse das Wichtige, sondern das Erleben des gesamten gemeinsamen Prozesses.
Setting
Die klassische Analyse findet im Liegen, 3-mal die Woche über eine Dauer von ca. 250-300 Sitzungen, statt.
Abweichend davon ist ein modifiziertes Setting möglich, hier sitzt die zu behandelnde Person, man sieht sich 2-mal die Woche.
In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie kommt man im Regelfall 1-mal wöchentlich und die ca. 60-100 Stunden finden im Sitzen statt.
Die kürzeste Form ist die Kurzzeit- oder auch Fokaltherapie, hier wird ein Fokus gesetzt und sich auf diesen in der Regel in 12-24 Sitzungen konzentriert.
Grundsätzlich ist die Dauer individuell, bei einer Analyse, die außerhalb der Heilbehandlung stattfindet, ist diese zumeist offener, da sie nicht durch die Krankenkasse begrenzt wird. Sie kann sich verlängern, wenn noch Bedarf besteht, aber auch verkürzen, wenn das Behandlungsziel erreicht ist.